Da sollte Vodafone Deutschland sehr gut aufpassen, dass die nicht in eine Situation kommen, in der in der Bilanz eine hohe Position für das DOCSIS-Netz stehen wird, die Neuinvestitionen in FTTH unmöglich machen wird. So wie es denen in Spanien passiert ist. TDC hat sich das sicherlich gut überlegt und überbaut bevor es zu spät wird.robert_s hat geschrieben: 26.01.2021, 18:22Am spannendsten finde ich den Teil, dass TDC in Dänemark sein Kabelnetz mit FTTH überbaut. Die wurden 2016 dadurch bekannt, dass sie schon OFDMA verwendeten, dafür aber massiv ins Koaxnetz eingegriffen haben, bis hin zum Einbau von Dämpfungsgliedern in den Haus(!)netzen, damit alle Kabelmodems einen gleichmäßigen Pegel lieferten. Andere KNB haben dagegen lieber abgewartet, dass die CMTS-Hersteller es hinbekommen, OFDMA auch ohne "perfekten" Signalweg nutzbar zu machen. Also TDC scheint ordentlich Geld zum Verbrennen zu haben.
Aber mal sehen, welche Lehren andere KNB daraus ziehen. Vielleicht, dass sich massive Investitionen ins Koaxnetz nicht lohnen, wenn man dann doch früher, als einem lieb ist, auf FTTH umsatteln muss...
FTTH wird neuerdings auch in Deutschland verstärkt ausgebaut und kann auch bei GPON mit weniger Überbuchung als bei DOCSIS problemlos symmetrische Geschwindigkeiten bis 1 Gbit/s bieten. Die Betriebskosten vom FTTH-Netz sind wesentlich niedriger als von DOCSIS. Die Anfangsinvestition bei FTTH kann man auf viel längere Zeit abschreiben als die ständigen Anpassungen bei DOCSIS (3.0->3.1->4.0, Netzumbau, Endgerätewechsel, ...), die nur kleine Schritte erlauben und nach wenigen Jahren veraltet sind. Bei DOCSIS 4.0 bekommt man erst mit full Duplex Betrieb die richtigen Vorteile. Das geht aber nur wenn das Netz so ausgebaut ist, dass es keine Verstärker mehr auf dem Weg gibt. Da spart man zwar etwas im Vergleich zum FTTH Ausbau, die Eingriffe in das Netz und somit die Kosten sind jedoch trotzdem enorm. Dafür muss man diese Kosten auf viel kürzere Zeit abschreiben und bei einem eventuellem FTTH-Überbau sofort abschreiben.
Es kann also bald dazu kommen, dass die Wettbewerber FTTH mit besseren Geschwindigkeiten zu vergleichbaren oder niedrigeren Preisen anbieten werden. Zumindest hat sich das so in den anderen Ländern entwickelt, wo FTTH am Anfang teurer war, sobald das Netz aber breiter ausgebaut war, die Kosten für die Benutzer auf das xDSL/DOCSIS Niveau gefallen sind, bei viel höheren Geschwindigkeiten. Sollte noch das Nebenkostenprivileg wegfallen, werden die Kundenzahlen bei Vodafone stärker fallen. Hatte man das Geld schon für die DOCSIS-Erweiterungen verbraucht, wird es dann schwierig, nochmals FTTH zu bauen, was gleichzeitig zu sofortigen Bilanz-Entwertung des DOCSIS-Netzes in diesen Gebieten führen würde. Es entsteht ein Teufelskreis das nach doppelten Investitionen ruft bei steigendem Wettbewerbsdruck mit den Preisen, die nicht einmal die Finanzierung der DOCSIS-Erweiterung zulassen. Aus dem kommt man nicht so einfach raus.
Auch RFoG als Übergangslösung erscheint mir als nicht geeignet. Da kann man dann nicht stufenweise umsteigen, sondern es wird ein harter Umstieg, bei dem alle Nachbarn gleichzeitig die Geräte im Haus tauschen müssten wenn netzseitig die Faser von RFoG auf X-PON umgestellt wird. X-PON beherrscht IP-Multicast, so dass auch die Verteilung von TV effizient möglich ist.
Meiner Meinung nach müsste Vodafone bei DOCSIS 3.1 einen Schlussstrich ziehen und möglichst bald parallel FTTH mit X-PON ausbauen/überbauen bevor es zu spät wird.
Das Problem mit dem DOCSIS 3.1 OFDMA Upstream war, dass, wenn es vom Modem bis zum CMTS (oder bis zum Rückverstärker im Netz) zu wenig Dämpfung gibt, dann das Modem mit einem niedrigem Pegel senden muss damit die Signale von allen Modems mit den ähnlichen Pegeln ankommen. Dafür arbeitet D/A-Wandler am Ausgang im unteren Bereich und kann nicht genug Zwischenstufen verwenden um die Details für die höherwertigen Modulationen abzubilden. Ich glaube nicht, dass man da irgendwas auf der CMTS Seite machen kann wenn die Daten im Signal gar nicht vorhanden sind.